Freundeskreis im Bundesrat

Im September 1996 beschloss der Bundesrat, seinen Sitz nach Berlin zu verlegen und wählte
das ehemalige Preußisches Herrenhaus in der Leipziger Straße.
Frau Antje Lorenz, Dipl.-Dokumentarin und Leiterin des Besucherdienstes des Bundesrates
begeisterte die Freundeskreis-Gruppe mit spannenden und bemerkenswerten Informationen über die eindrucksvolle Geschichte des Gebäudes.

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Bundesrat – das hört sich ein wenig langweilig an. Aber nicht, wenn die Führung in den Händen von Frau Antje Lorenz liegt. Man merkte sofort, dass sie ihre Arbeit liebt, denn ihre Begeisterung für das Gebäude und seine Geschichte, für die Politik, die darin abläuft und für die gesammelte Kunst im Hause übertrug sich sogleich auf die Gruppe.

So begann Frau Lorenz nicht mit der Geschichte des Gebäudes als Preußisches Herrenhaus, sondern weit früher mit dem Bau eines Barock-Palais 1735 – 1740 und einer Porzellan-Manufaktur, der Vorgängerin der KPM. Sie erzählte von Felix Mendelsohn-Bartholdy, der hier einen Teil seiner Jugend verbrachte. Erst dann zog die Politik ein, im Jahre 1851 kaufte der Preußische Staat das Palais. Es wurde genutzt als Erste Kammer des Preußischen Landtags und als Preußisches Herrenhaus. 1918 war für kurze Zeit der „Zentralrat der Arbeiter- und Soldatenräte“ hier und ab 1921 residierte bis zu seiner Auflösung 1933 der Preußische Staatsrat im Gebäude.

Nach einem sehr informativen Film, der den 1997 begonnenen Umbau bis zum Einzug des Bundesrates im Jahre 2000 dokumentierte, führte uns Frau Lorenz in den Plenarsaal. Sie erläuterte Zahl der Sitze der Landesvertretungen und wies auf die Klarheit und Transparenz des Saales hin.

Zuletzt wurden uns die Kunstschätze des Hauses gezeigt. Dabei standen „Die drei Grazien“ von Rebecca Horn im Mittelpunkt. Eine Installation mit drei schlanken, sanft schwebenden matt goldenen Messingstäben, die in den Kuppelöffnungen eingelagert sind und sich unendlich in einem Spiegel auf dem Boden reflektieren.

Vielen Dank, Frau Lorenz, für diese kurzweiligen und sehr informativen zwei Stunden.

Text: Dr. Herbert Mandelartz | Foto: Eveline Kopp