Andrea Neumann - Malerei

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+ + + + + Für alle, die sich vorab informieren wollen oder nicht kommen können: Link zum Youtube-Kanal der Saarländischen Galerie mit zwei Video-Clips zur Ausstellung: https://www.youtube.com/channel/UCjMOTB10qXZklmUHxlYaBDA  /Please find below a link to the Youtube channel of the Saarländische Galerie with two clips about the work of Andrea Neumann. https://www.youtube.com/channel/UCjMOTB10qXZklmUHxlYaBDA + + + + +

Andrea Neumann – Malerei

English version below

Die Saarländische Galerie zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung eine Auswahl an Bildern von Andrea Neumann, die beispielhaft belegen, welches Potential die Künstlerin im tot gesagten Medium Malerei frei gesetzt hat. Jedes der Bilder von Andrea Neumann ist in einem Prozess entstanden, bei dem sich zufällig erzeugte Elemente mit kontrolliert gestalteten die Waage halten. Die Künstlerin hat in diesem Prozess die Farbe als ihr ureigenes Material souverän genutzt. Sie hat ihre Farben immer selbst gemischt und konnte dadurch die  Konsistenz der unterschiedlichen Mischungen beeinflussen. Auf eine meist am Boden liegende Leinwand, deren transparent wirkender Farbgrund die unbestimmte Raumwirkung ihrer Bilder hervorruft, schüttete Andrea Neumann flüssige Farbe. Es entstehen Flächen, die sich am Rand in Schlieren auflösen, unregelmäßige Flecken, die „auslaufen“ oder lineare Fließformen, die sich verlieren. Diese zufällig entstandenen Formen werden dann mit wenigen bewusst und gezielt gestalteten Elementen kombiniert. Es sind die „unfertigen“ Partien, in denen die Produktivität von Andrea Neumanns Bildern liegt. Sie halten den Betrachtenden die Möglichkeit offen, die Bilder in verschiedene Richtungen wahrzunehmen und zu denken.

Sie war eine der wichtigsten Malerinnen der Großregion und ist im vergangenen Jahr viel zu jung gestorben: Andrea Neumann hat in ihren offen und skizzenhaft wirkenden Bildern eine eigene Position in der gegenständlichen Malerei gefunden. Eine Position, die die Freiheit nutzt, in Betrachtung einer Situation, eines Menschen auszuwählen, zu fokussieren und den eigenen Blick darauf sich selbst und anderen zu zeigen. Ihre Malweise tastet sich an das heran, was uns eine Figur oder einen Gegenstand gerade noch als solche/n wahrnehmen lässt und hält dabei doch gleichzeitig das Wesentliche eines Moments, eines Ausdruck fest.

Die Ausstellung ist im Kontext weiterer Präsentationen von Andrea Neumanns Arbeiten im Saarland entstanden. Die Städtische Galerie Neunkirchen zeigte „Zeitspannen“  bis zum 9. Mai 2021, das KuBa, Kulturzentrum am Eurobahnhof Saarbrücken, widmet Andrea Neumann im Herbst eine retrospektive Ausstellung („Übergänge“, 30.7.-3.10.2021)

Ausstellung bis 10.7.2021

Andrea Neumann, 1969 – 2020
1991-1996 Studium der Freien Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken bei Bodo Baumgarten und Jo Enzweiler. Seither zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, seit 2003 Mitglied des Saarländischen Künstlerbundes, seit 2008 Lehrauftrag an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken
www.andrea-neumann.de

Painting

Each of Andrea Neumann’s paintings was the result of a tightrope walk between elements of chance and conscious control. In this balancing act, the artist demonstrated a sovereign command of her primary material, paint. She always mixed her paints herself, so as to be able to determine their respective consistency. For the present work, Andrea Neumann mostly poured paint onto canvases she had laid out on the floor, and it is the seeming transparency of these planes of colour that conjure an indefinable spatial effect. Contours blur on the margins, irregular spots “run dry”, and flowing linear forms appear to lose themselves. She then combined these random elements with a few deliberately and purposefully drawn figures. The “unfinished” parts are key to the productive force of Andrea Neumann’s paintings, inasmuch as it is they which invite the viewer to experience and interpret the work with an open mind as to the artist’s intent.

One of the most important painters in the greater region, Andrea Neumann died last year, far too young. In her open-ended and almost sketch-like paintings she established a unique position in figurative painting: a position defined by the freedom to select and focus on a situation or a person in order to reveal her view of it, to herself as well as to others. Painting, for her, was a way to grapple with a figure or an object that we are only just able to perceive as such and yet whose essence or expression is at the same time inescapable.

Andrea Neumann

1991–1996: studied Art at the Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar / Saar University of Fine Arts Saarbrücken), under Bodo Baumgarten and Jo Enzweiler. Numerous solo and group exhibitions followed. From 2003, was a member of the Saarländischer Künstlerbund (Saarland Artists’ Association); from 2008, taught at the HBKsaar.

19. April 2021